Als Heilkraut wurde der Beifuß in der Antike auch zur Bekämpfung von Darmwürmern, oder auch nach oder während langer Wanderungen eingesetzt, um die Füße nach der Anstrengung zu beleben und auch um die Schmerzen zu lindern – woher (nach Volksglauben) vermutlich auch sein Name stammt (eine andere Herleitungsvariante: der Name soll im Altdeutschen so etwas wie “stoßen” bedeuten, was möglicher Weise etwas damit zu tun hat, dass entweder die Blätter für weitere Zwecke zerstoßen wurden, oder aber es gibt einen Zusammenhang mythologischer Natur, die besagt, dass durch der Pflanze das Abwehren bzw. Abstossen böser Mächte gelingt). Dazu vermengt man den Beifuß mit Öl, da er auf diese Weise – bei der Anwendung auf der Haut - am besten seine Wirkung entfalten kann. Auch bei Rheuma soll sich dies bewähren. Als Riechkraut eingesetzt soll er zudem auch bei/ gegen Schlafstörungen, Nervosität und Ängste wirken, da man dem Beifuß eine entspannende Wirkung auf das Nervensystem nachsagt. Hierbei verwendet man den Beifuss als Tee oder auch dessen getrocknete Blüten und Blätter, die man in ein kleines Säckchen tut und anschließend über den Geruch ihre Wirkung entfalten – wenn einem dieser Geruch zu streng sein sollte, kann man zum Beispiel auch Baldrian- oder Lavendelblüten dazu geben.
Der Beifuß gilt jedoch auch als traditionelles Frauenkraut, seine altbewährte Wirkung entfaltet er hier aufgrund seiner entkrampfenden hervorragend bei Unterleibs- und Menstruationsbeschwerden und Krämpfen, aber auch bei Blasenkatarrh, chronischer Eierstockentzündung und Ausfluss. Darüber hinaus wirkt er verdauungsfördernd – hier kommt ihm seine spezielle Eigenschaft zu Gute, nicht nur den Magen und den Darm bei ihrer Arbeit zu unterstützen, sondern auch die Bauchspeicheldrüse.
Rezepturen
Beifußaperitif
1l trockener Weißwein, 3 Stämmchen Beifuß, 3 Blätter Zitronenmelisse, 1 Pfefferminzblatt, 1 El Honig
Die Kräuter in den Wein geben, 12 bis maximal 24 Stunden ziehen lassen, abseihen und den Honig einführen. In einer Flasche kühl aufbewahren. Der Aperitif ist appetitanregend, verdauungsfördernd und wirkt positiv auf die Leber-und Gallentätigkeit.
Beifußtinktur
3g frische Beifußblätter, 100g Alkohol (70%)
Die frisch gezupften Blätter in ein dunkles Glas mit breiter Öffnung geben und mit dem Alkohol übergießen. Die gut verschlossene Flasche in die Sonne oder an einen warmen Ort im Haus stellen und ab und zu gut durchschütteln. Nach 4 Wochen die Tinktur abseihen, dabei die Blätter gut auspressen. Die Beifußtinktur kann nun, mit Wasser verdünnt, als belebendes Fußbad angewandt werden, oder die müden Füße werden mit einigen Tropfen davon eingerieben. Dies wirkt auch bei kalten Füßen Wunder!
Duftkissen gegen Menstruations- und Unterleibsbeschwerden
Füllen Sie einen alten Kopfkissenbezug mit getrocknetem Beifußkraut, nähen Sie ihn zu, und überziehen Sie ihn nochmals mit einem anderen Bezug, damit die Kräuterstengel nicht durchstechen können, wenn Sie ihr Gesicht darauflegen. Bei krampfartige Bauchweh legen Sie sich etwa 15 Minuten mit dem Kopf auf das Kissen, und genießen Sie den Beifußduft! Durch die ätherischen Öle, die Sie einatmen, werden die Beschwerden bald verschwinden.
Beifußtee
1 Tl Beifuß aus der Apotheke wird mit einer Tasse siedendem Wasser übergossen. Fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen, durchseihen. Davon trinkt man täglich eine Tasse lauwarm bei allgemeiner Schwäche und bei schwachen Verdauungsorganen. Wenn Frauen sehr bleich und zart sind und unter starken Schmerzen während der Menstruation leiden, dann sollten sie folgendes Teeprogramm durchziehen. Anfangs über den Tag verteilt zweimal in der Stunde einen Eßlöffel davon einnehmen, nach einer Woche pro Tag ein bis zwei kleine Tassen.
(Quelle: Ossenkopf.de)

